Wenn die Nacht zum Tag wird – Was Arbeitnehmer und Arbeitgeber bei Nacht- und Schichtarbeit berücksichtigen sollten

Immer mehr Menschen arbeiten in Schichtarbeit oder müssen Nachtschichten absolvieren. Vor allem im Dienstleistungssektor steigt die Zahl stetig. Dabei kann das Arbeiten gegen den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus große Probleme mit sich bringen – auch gesundheitlich. Darum ist es wichtig die Dienstpläne in Schichtbetrieben so zu gestalten, dass die Arbeitnehmer nach den Nachtschichten genug Erholungszeit erhalten und sich ohne große Probleme zwischen den verschiedenen Schichten umstellen können.

Was kann der Arbeitgeber tun um die Arbeit seiner Mitarbeiter angenehm zu gestalten?

Der Arbeitgeber sollte seine Dienstpläne optimal gestalten und dabei folgende Punkte bei der Schichtarbeit beachten:

  1. Führen Sie Wechselschichtsysteme ein, so kann sich der Körper nicht an eine Schicht gewöhnen und die Umstellung zu einer anderen Schicht fällt leichter. Es sollten beispielsweise nicht mehr als drei Nachtschichten aufeinander folgen. Zwischen einem Wechsel sollte die gesetzliche Ruhezeit von mindestens 11 Stunden beachtet werden.
  2. Die Schichten sollten kurz und vorwärtsrotierend wechseln. Die Umstellung zwischen den verschiedenen Schichten kostet Energie. Bei langsam rotierenden Schichtsystemen kann es daher schnell zu Schlafstörungen, Müdigkeit, Abgeschlagenheit und abnehmender Konzentration kommen.
  3. Lassen Sie die Frühschicht nicht zu früh beginnen. Beachten Sie, dass Ihre Mitarbeiter eventuell längere Anfahrtswege haben. Der Nachtschlaf (zwischen 1 und 5 Uhr) ist der intensivste und daher der wichtigste.
  4. Die Nachtschicht sollte spätestens 6 Uhr enden, damit der Arbeitnehmer noch viel Schlaf vor 13 Uhr bekommt, denn zwischen 13 und 16 Uhr ist die Zeit der geringsten Schlafbereitschaft.
  5. Geben Sie Ihren Arbeitnehmern mindestens zwei Tage am Stück frei. Idealerweise ist ein Tag ein Wochenend-Tag, damit der Arbeitnehmer in dieser Zeit soziale Kontakte pflegen kann und am Familienalltag teilnehmen kann.
  6. Kurzfristige Änderungen am Plan sollten vermieden werden. Eine gedankliche Vorbereitung auf einen freien Tag sollte beispielsweise nicht unterbrochen werden.

Die VGB stellt auf ihrer Hompage eine Checkliste zur Gestaltung von Schichtplänen bereit, die sich Arbeitgeber herunterladen und damit die aktuelle Gestaltung überprüfen können.

Was kann der Arbeitnehmer für ein besseres Wohlbefinden bei Schichtarbeit tun?

Auch der Arbeitnehmer kann seinen Alltag so gestalten, dass er nicht völlig aus dem sozialen Leben ausgeschlossen wird und trotzdem fit für die Arbeit ist:

  1. Sorgen Sie dafür, dass Sie ruhig und mindestens vier Stunden am Stück schlafen können. Nutzen Sie Ohropax, verdunkeln Sie das Zimmer und schützen Sie sich vor Lärm indem Sie Telefone und Klingeln ausschalten. Reden Sie auch mit Familie und Freunden darüber, dass Sie in diesen Zeiten nicht gestört werden.
  2. Nach einer Nachtschicht sollten Sie so früh wie möglich schlafen gehen, damit Sie so viel Schlaf wie möglich vor der Zeit der geringsten Schlafbereitschaft (zwischen 13 und 16 Uhr) erhalten.
  3. Nutzen Sie ein sicheres Wecksystem. Stellen Sie sich beispielsweise mehrere Wecker. So schlafen Sie beruhigter.
  4. Viele Arbeitnehmer gehen selten vor 22 Uhr ins Bett. Gehören Sie auch dazu, arbeiten gerade aber in der Frühschicht, sollten Sie sich nach Ihrer Schicht die Zeit für einen 30 – 60 Minuten langen Mittagschlaf nehmen. Pro Tag sollten Sie auf ca. 7-8 Stunden Schlaf kommen.
  5. Mindestens vier Stunden vor dem Schlafengehen sollten Sie auf anregende Getränke (z.B. Kaffee) verzichten.
  6. Passen Sie Ihre Ernährung an Ihre Schichtarbeit an: in einer Frühschicht sollten Sie am Vormittag eine kleine Zwischenmahlzeit und zum Mittag eine Hauptmahlzeit zu sich nehmen. In der Spätschicht sollten Sie, neben einer Zwischenmahlzeit am Nachmittag, auf eine Kaltverpflegung am Abend zurückgreifen. Vor einer Nachtschicht sollten Sie ein leichtes Abendessen zu sich nehmen. Während der Schicht sollten Sie darauf achten nicht zu fettreich zu essen: mageres Fleisch oder magerer Fisch zusammen mit Kartoffeln, Reis oder Gemüse/Salat eigenen sich ideal. Zwischen vier und fünf Uhr tut eine kleine Zwischenmahlzeit wie Obst oder Müsli der Konzentration gut.
  7. Nehmen Sie trotz wechselnder Schichten am sozialen Leben/Familienleben teil. Gleichen Sie fehlende Quantität mit Qualität aus. Vergessen Sie aber nicht sich auch Zeit für sich selbst zu nehmen.

Dienstplanprogramme helfen bei der optimalen Dienstplangestaltung

Es gibt verschiedenste Software- und Online-Angebote, die vor allen die Arbeitgeber bei der Dienstplanerstellung unterstützen. Die Programme können festgelegte Regeln, wie Ruhe- und Pausenzeiten, berücksichtigen, Engpässe können auf einen Blick erkannt und Änderungen schnell umgesetzt werden. Gleichzeitig können Sie mithilfe einiger dieser Programme Zeiten erfassen, Auswertungen erstellen und dadurch Maßnahmen bei zu vielen Über- und Unterstunden ergreifen.

Vor allem Online-Dienstplan-Anwendungen stellen auch für Mitarbeiter einen Zugang bereit. Die Mitarbeiter können sich selbst einloggen, ihre Zeiten sehen, diese in ihre persönlichen Kalender auf dem Smartphone exportieren und auch Krankmeldungen, Urlaubsanträge und Abwesenheiten eigenständig eintragen.

Die Dienstplaner haben so alle Informationen auf einen Blick und können den optimalen Plan für alle Mitarbeiter erstellen.

Eine Online-Dienstplan-Lösung ist der ShiftJuggler, der alle genannten Funktionen anbietet. Sie können ShiftJuggler 30 Tage kostenlos und unverbindlich testen. Ein Support-Team steht Ihnen bei Fragen und Problemen gern zur Seite. Auf unserer Website finden Sie alle Funktionen auch noch einmal im Überblick: https://www.shiftjuggler.com/de/#funktionen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.