Es muss nicht immer „gut“ sein!

Kein Anspruch auf „gut“ im Arbeitszeugnis

Ein Arbeitszeugnis muss wohlwollend formuliert sein. So will es der Gesetzgeber. In der Praxis erleben wir jedoch immer wieder, dass „wohlwollend“ immer öfter gleichbeutend mit  „gut“ bis „sehr gut“ ist. Dies liegt oft daran, dass der Arbeitgeber den rechtlichen Einspruch des Arbeitnehmers fürchtet. Daher werden kritische Punkte weggelassen oder schön geredet/geschrieben.

Arbeitszeugnis
© Marco2811

Was können nun die Beschäftigten verlangen? Diese Frage hat jetzt das höchste deutsche Arbeitsgericht entschieden. Die Formulierung „zur vollen Zufriedenheit“, die der Note 3 entspricht, beschreibe weiterhin eine durchschnittliche Leistung. Ist ein Mitarbeiter mit der Beurteilung nicht einverstanden und verlangt eine bessere Bewertung, so muss er genaue Gründe dafür darlegen. Das gelte auch, wenn in einer Branche gute und sehr gute Beurteilungen üblich sind. Nur wenn ein Arbeitgeber eine unterdurchschnittliche Bewertung abgibt – schlechter als Note 3 – liegt diese Beweislast bei ihm (Quelle u.a. Tagesspiegel vom 19.11.14).

Wir empfehlen daher:

  1. Verlassen Sie sich nicht auf den Inhalt von Arbeitszeugnissen, sondern erkundigen sich telefonisch bei vorherigen Arbeitgeber nach den Leistungen des potentiellen Mitarbeiters.
  2. Auch ein Blick in die Sozialen Netzwerke lohnt sich.
  3. Erstellen Sie Fragenkataloge für potentielle Mitarbeiter
  4. Nehmen Sie sich Zeit für die Gespräche und lassen Sie den Bewerber sprechen.
  5. Zeigen Sie dem Bewerber den Betrieb, und beobachten Sie sein Verhalten. Grüßt er die Gäste? Stellt er Fragen?

Denken Sie daran, dass Sie in dem Moment der Einstellung sehr viel Geld investieren. Sind Sie gut vorbereitet, spart das viel Ärger, Zeit und Geld.

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